Ev. Kirche verliert „Platz Eins“


Die Überraschung im Jubeljahr 2017: Die Evangelische Kirche in Wuppertal wird ihren Platz als größte weltanschauliche Gruppierung verlieren.

Die Lutheraner wollen aus dem Jahr 2017 etwas Besonderes machen – so auch in Wuppertal. Andere hingegen warten schon heute auf das Ende des protestantischen Reformationsjubels. Vielleicht bleibt uns die Bezeichnung „Reformationsstadt“ als offizielles Etikett erspart. Der Hype um die Ausstellung zur „Barmer Theologischen Erklärung“ von 1934 ist evtl. auch vorbei, zumal die Zufälligkeit des damaligen Tagungsortes der Bekenntnissynode eigentlich kein echtes Lokalkolorit bietet. Die Bedeutung dieser eigentlich theologischen Erklärung liegt wohl mehr darin, dass sich die eher wohlmeinenden Protestanten nach der politischen Katastrophe der „Deutschen Kirche“ und ihrem Führer nach etwas anderem umsehen wollten bzw. mussten.

2017 in WptEine bisher ungeahnte und somit unbeachtete Tatsache lässt sich den trockenen Zahlen des „Zensus2011“ (1) entnehmen: Aufgrund der laufenden Auszehrung des Mitgliederbestandes wird die Evangelischen Kirche den „Platz Eins“ der weltanschaulichen Gruppierungen in Wuppertal an die Konfessionsfreien abgeben!

Aller Voraussicht nach wird 2017 die Mitgliederzahl der Ev. Kirche in Wuppertal auf 107.000 gesunken und die Zahl der Konfessionsfreien auf ebenfalls 107.000 gestiegen sein. Das bedeutet Gleichstand von 31,5% in Wuppertal. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass jährlich rd. 1,5% der Gläubigen der Ev. Kirche den Rücken kehren (2).

Daraus werden freilich nicht gleich „waschechte“ Atheist/innen, aber aus der Kirchen-Statistik sind sie heraus und können somit nicht mehr als „Nachweis“ einer vermeintlichen Stärke benutzt werden. Ohnehin sind diese Angaben fraglich, solange es z.B. bei Diakonie, ev. Kitas etc. quasi Zwangsmitgliedschaft gibt.

Quellen
(1) http://www.it.nrw.de/statistik/z/zensus_2011/gemeindeblaetter/B05124.pdf
(2) http://www.aktuell.evangelisch.de/inhalte/122905/17-07-2015/mitgliederzahlen-beiden-grossen-kirchen-deutschland-gehen-weiter-zurueck

 

 

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