Religionsfreie werden diskriminiert


Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes will der Diskriminierung nicht-religiöser Menschen nachgehen und hat dazu ein Themenjahr gestartet.

Durch von der Mehrheitsgesellschaft abweichende weltanschauliche Überzeugungen geprägte Diskriminierung kann sich in vielen Bereichen ereignen: im Alltag und im Berufsleben, in der Schule oder auf dem Arbeitsmarkt, bei der Kitaplatz-Suche oder im Gesundheitswesen. Dies hatte schon der Bericht „Gläserne Wände„gezeigt.

Doch auch Anhänger von nicht-christlichen Glaubensrichtungen können sich wegen ihres Bekenntnisses und ihrer Überzeugungen benachteiligt fühlen. Um entsprechende Probleme sowohl nichtreligiöser wie religiöser Bürgerinnen und Bürger stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, wird die Antidiskriminierungsstelle des Bundes diesem Thema 2016 ein Themenjahr widmen, teilte Christine Lüders mit, die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle.

„Diskriminierungen wegen der Religion oder Weltanschauung machen etwa fünf Prozent unserer Beratungsfälle aus“, so Lüders. Die Antidiskriminierungsstelle nehme entsprechende Probleme sehr ernst und unterstütze Betroffene unter anderem mit einer juristischen Ersteinschätzung ihres Falles.

Mit dem geplanten Themenjahr stellt die Antidiskriminierungsstelle ein weiteres der insgesamt sieben in Artikel 3 Grundgesetz genannten Benachteiligungsmerkmale in den Fokus, nachdem 2015 Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts im Mittelpunkt gestanden haben. Themen in den Vorjahren waren Diskriminierungen wegen des Alters sowie aufgrund von Behinderung und ethnischer Herkunft bzw. Zugehörigkeit.

Um Benachteiligungen aufgrund nichtreligiöser Lebensauffassungen eingehender zu untersuchen, ist von der Antidiskriminierungsstelle außerdem eine Fachexpertise in Auftrag gegeben worden. Diese soll bis zum Ende des ersten Quartals 2016 vorliegen.

Weltanschauliche Diskriminierung kann man
hier melden.

Mehr zum Thema gibt es hier.

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