Tödlicher Anschlag auf CSD-Parade


Die Parade sei eine „Provokation Gottes“ gewesen – so hatte ein strengreligiöser Jude den Mord an einer 16-Jährigen begründet. Im vergangenen Sommer hatte er bei einer CSD-Parade in Jerusalem auf Menschen eingestochen. Nun wurde er zu einer lebenslangen Haft verurteilt.

Ein ultra-orthodoxer Jude ist wegen der Ermordung einer 16-Jährigen bei einer Parade von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern (LGBT) in Jerusalem zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Jerusalemer Gericht verhängte auch weitere 31 Jahre Haft wegen versuchten Mordes in sechs Fällen. Der Verurteilte muss seine Opfer jeweils mit 258.000 Schekel (rund 60.000 Euro) entschädigen.

Der strengreligiöse Mann hatte im vergangenen Sommer bei der Parade in Jerusalem die 16-Jährige erstochen und sechs weitere Menschen mit einem Messer verletzt, bevor er von der Polizei überwältigt wurde. Als Erklärung für die Tat sagte er, die Parade sei eine „Provokation Gottes“. „Blinder Fanatismus hat ihn zu seinen Taten verleitet“, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung. „Dieser gefährliche Mensch darf nicht mehr frei in den Straßen Jerusalems herumlaufen.“

Das Gericht hatte beim Schuldspruch im April auch das Verhalten der Polizei kritisiert. Der Täter war erst drei Wochen vor der Bluttat aus dem Gefängnis entlassen worden. Dort hatte er nach einer Messerattacke auf Teilnehmer einer ähnlichen Parade 2005 zehn Jahre Haft verbüßt. Laut der Anklageschrift hatte er den Mord geplant und dafür ein 15 Zentimeter langes Küchenmesser gekauft.

Quelle: Tagesschau.de am 26.06.2016

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