Nahtod-Erlebnisse ?


Die Ärzte stellten bei Alexander eine besonders gefährliche Form der Hirnhautentzündung fest, seine Überlebenschancen waren gering. Während sein Körper nur noch von Schläuchen am Leben erhalten wurde, schien dieser einen Ausflug ins Jenseits zu machen: „Zurückgesetzt in einen Zustand aus der Anfangszeit allen Lebens“ habe er sich gefühlt. Am Ende seiner Reise soll er, umgeben von rosaweißen Wolken, sogar dem Schöpfer höchstpersönlich begegnet sein. Alexander hatte Glück. Nach sieben Tagen erwachte er aus dem Koma.

Eine wissenschaftliche Einordnung derlei „Erfahrungen“ fällt schwer, weil sich die Erlebnisberichte teils stark unterscheiden. Etwa ein Drittel der Betroffenen erinnert sich an so genannte außerkörperliche Erfahrungen, bei denen sich das Ich vom eigenen Körper zu trennen und durch den Raum zu schweben schien. Andere erzählen davon, dass ihr Leben sprichwörtlich noch einmal an ihnen vorübergezogen sei. In etwa einem Viertel der Erzählungen tauchen Visionen von einem „dunklen Tunnel“ auf, oft mit einem gleißenden Licht an seinem Ende. Verbreitet sind auch spirituelle Erscheinungen. Diese spiegeln meist die eigenen religiösen Überzeugungen wider: Hindus erscheint häufig der Todesgott Yama, während Christen eher von paradiesischen Begegnungen mit Jesus erzählen

Foto: HP.Schulz

Foto: HP.Schulz


Trotz dieser groß angelegten Versuche
gibt es nach wie vor keinen Hinweis dafür, dass Nahtoderlebnisse aus dem Bereich des Paranormalen stammen. Weder kann mit diesen subjektiven Erlebnisberichten ein Leben nach dem Tod belegt werden noch eine Unabhängigkeit von Körper und Geist. Dennoch scheint von dem Thema eine ungebrochene Faszination auszugehen. Alexander, der eingangs erwähnte Neurochirurg, konnte die Geschichte seiner himmlischen Nahtoderfahrung in Millionenauflage verkaufen. Dass die Erzählung einige Ungereimtheiten aufweist und seine behandelnden Ärzte der Schilderung teils vehement widersprechen, wird dabei schon fast zur Nebensächlichkeit.

Die Neugier auf das, was während unserer letzten Atemzüge passiert, ist weiterhin groß – auch die unzähligen dokumentierten Nahtoderlebnisse geben nur einen vagen Hinweis darauf. Was genau wir in diesem Augenblick erleben, lässt sich wohl kaum wissenschaftlich erfassen: Wer es erfährt, kann davon nicht mehr berichten.

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