Christliche Moral im Vernichtungskrieg


Das Christentum will sich auf der Seite der Schwachen und Opfer darstellen. Das war im II. Weltkrieg z.B. bei den Kriegspfarrern nicht der Fall. Das christliche Liebesgebot bezog sich auf die eigenen Leute, nicht auf die Opfer der Deutschen Soldaten. Was haben Kriegspfarrer wohl dabei empfunden, als sie den brutalen Eroberungskrieg an der Ostfront unterstützen?

Am 22. Juni 1941 überfiel die Wehrmacht die Sowjetunion, in der Folge ermordeten deutsche Einsatzgruppen Juden, Kommunisten, Sinti und Roma. Die Historikerin Dagmar Pöpping hat sich mit evangelischen und katholischen Geistlichen beschäftigt, die als Kriegspfarrer an den Ostfeldzügen teilnahmen.

Im Zweiten Weltkrieg gab es insgesamt 1342 Planstellen für Kriegspfarrer, das waren Geistliche, die für die Dauer des Krieges als Wehrmachtbeamte im Auftrag des Staates für die psychologische Vermittlung der deutschen Kriegsziele bei den Soldaten zuständig waren und in Predigten und Seelsorge die „Kampfkraft der Truppe“ stärken sollten.

Pöpping untersuchte Tagebücher, Briefe und Berichte und stellte fest, dass Kriegspfarrer schnell und unkompliziert Offizier werden konnten. Sie wollten bei der Vernichtung des Bolschewismus und der Re-Christianisierung der Sowjetunion mitwirken. Zudem dachten sie, über den Krieg kirchenferne junge Männer zu erreichen. Seelsorge wäre demnach dort am erfolgreichsten, wo der Krieg am grausamsten war, wo besonders viel gelitten und gestorben wurde.

hier ein Interview mit der Historikerin Dagmar Pöpping

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