Warum „Pro Ethik NRW“?


Der religiöse Zuspruch ist in der deutschen Bevölkerung seit Jahren deutlich in Bewegung. So nimmt die Gruppe der konfessionsfreien Menschen stetig zu und erreicht in NRW inzwischen bald 30 %. Ähnlich verhält es sich mit der Zusammensetzung der Schülerschaft.

Dementgegen wird vielfach das comeback der Religionen beschworen. Beim genaueren Hinsehen stellt sich das als comeback der Religionsvertreter dar. Dies zeigt sich z.B. durch das zunehmende Gejubel um „Luther500“ oder an der gemeinsamen Erklärung mit Religionsführern, zu der sich die grüne NRW-Schulministerin letztens veranlasst gesehen hatte.

Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass inzwischen fast 400.000 Kinder und Jugendliche in NRW keinen angemessenen Unterricht erhalten, der eben weitgehend religionsfreie Werte zum Thema hätte. Auch die teilweise Versorgung durch „Praktischer Philosophie“ bringt keine zufriedenstellende Abhilfe! Zudem gibt es dieses Fach in der Grundschule derzeit gar nicht.

Bundesverfassungsgericht hat 1974 darauf aufmerksam gemacht, dass es sich beim Religionsunterricht um die Vermittlung von „Glaubenssätzen … als bestehende Wahrheiten“ handelt. Kurz: Christen-Mission. Inzwischen wird laut darüber nachgedacht, wegen rückläufiger Schülerzahlen einen irgendwie gearteten überkonfessionellen Religionsunterricht zu schaffen – natürlich unter kirchlicher Ägide.

Aber es könnte auch anders gehen: Der Humanistische Verband NRW ist für die „die Einrichtung eines obligaten Fachs ‚Ethik, Religionen, Weltanschauungen’“, ebenso der Internationale Bund Konfessionsloser und Atheisten (IBKA), die Landes-Schüler/innen-Vertretung NRW, die Grünen NRW, DieLinke.NRW und auch die FDP NRW. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist zu dem Thema nicht nur in NRW „in der Diskussion“. Der Fachverband Philosophie NRW hatte schon einen Lehrplanentwurf „Praktische Philosophie“ für die Grundschule vorgestellt.

Diese Ansätze und Ideen müssten zusammen geführt werden, um in Auseinandersetzung mit anderen weltoffenen Menschen Verständigung und Lösungswege zu suchen.

mehr Info unter www.Pro-Ethik-NRW.de

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