Kritik an Finanzierung des Katholikentags


Das Säkulare Netzwerk NRW kritisiert die massive öffentliche Finanzierung des Katholikentags, der vom 9. – 13. Mai 2018 in Münster stattfindet. Das christliche Glaubensfest wird mit rund 3 Millionen Euro aus allgemeinen Steuergelder gefördert.

Katholikentage und Evangelische Kirchentage sind christliche Glaubensfeste, die jährlich in unterschiedlichen deutschen Städten stattfinden. 30 bis 50 Prozent ihrer Kosten werden regelmäßig von Stadt, Land und Bund getragen. Neben den rund 3 Millionen Euro aus allgemeinen Steuergeldern für das Programm des diesjährigen Katholikentags kommen auf den Steuerzahler weitere Kosten für Polizeieinsätze und die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen zu, mit denen die christliche Großveranstaltung geschützt wird.

Johannes Schwill und Burkhard Wepner, Sprecher des SNW, halten diese Finanzierungspraxis angesichts des staatlichen Neutralitätsgebotes und des rapide schwindenden Rückhalts der Kirchen in der Gesellschaft nicht für gerechtfertigt: „Rund 95% der Besucher eines Kirchentags sind katholische oder evangelische Christen. Entsprechend haben Kirchentage – anders als vom Kirchentagsveranstalter behauptet – keine gesamtgesellschaftliche Relevanz. Es sind christliche Glaubensfeste, auf denen selbst gesamtgesellschaftlich relevante Fragen lediglich aus christlicher Perspektive diskutiert werden. Warum solche eindeutig christlich-religiösen Großveranstaltungen mit allgemeinen Steuergeldern gefördert werden – und noch dazu mit wesentlich mehr Geld als vergleichbare Großveranstaltungen nicht-religiöser Art – ist angesichts des staatlichen Neutralitätsgebotes und der Tatsache, dass immer mehr Menschen die christlichen Kirchen verlassen, schlicht nicht nachvollziehbar. Diese Finanzierungspraxis muss ein Ende haben.“

Das Säkulare Netzwerk NRW ist eine Vereinigung weltlich-humanistischer und konfessionsfreier säkularer Organisationen und Parteigruppierungen; es wurde 2016 in Köln gegründet.

mehr Info: saekulares.nrw

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