EU-Wahl: Scheindemokratischer „Klamauk“?


Der Vorsitzende des Deutschen Freidenker-Verbandes, Klaus Hartmann, erläutert im Interview sein Verhältnis zur EU-Wahl am 26. Mai.

Gibt der Freidenkerverband eine Wahlempfehlung ab?

Keinesfalls! Erstens sind wir parteipolitisch unabhängig. Und zweitens beinhaltet der Name Freidenker die Aufforderung zum selber denken, den eigenen Kopf zu gebrauchen. Man muss sich entscheiden: geht man überhaupt zur Wahl? Dann trägt man zu einer höheren Wahlbeteiligung und zur Legitimierung des Schwindels bei. Wem das „Wegbleiben“ aber quer geht, muss genau hinschauen, die Wahlprogramme lesen, um sich nicht von schönem Schein blenden zu lassen. „Eigenes Gehirn einschalten“ ist in diesem Fall – wie sonst auch meistens – völlig „alternativlos“.

Sind die Freidenker gegen „ein Europa für alle“?

Es ist immer eine Frage der exakten Definition. Bei den Wahlen geht es ja nicht um Europa, sondern nur um die EU. Wer da von Europa redet, beteiligt sich am Betrugsspiel. In der EU sind 28 von 47 europäischen Staaten. In der EU leben etwa 510 von 830 Millionen Kontinentaleuropäern. Die Gesamtfläche der Staaten mit „Europa-Anteil“ beträgt rund 24,1 Millionen Quadratkilometer, auf den Kontinent Europa entfallen davon etwa 10,5 Millionen, der EU-Anteil beträgt 4,5 Millionen. Die EU-Wahl „Europawahl“ zu nennen, verrät einen chauvinistischen Alleinvertretungsanspruch, wie die USA den Namen des Kontinents Amerika für sich reklamieren. „Ein Europa für alle“ würden wir sofort unterstützen, wenn damit alle Länder und Menschen in Europa gemeint wären und nicht nur der exklusive EU-Club.

hier der ganze Beitrag