Helene Stöcker


Eine weitsichtige Frau lebte ihre „Neue Ethik“

p1850271Am 13. Nov. 1869 wurde sie in Elberfeld in ein streng religiöses Elternhaus hineingeboren und entfloh diesem kurz nach ihrer Volljährigkeit im Jahre 1892. Nietsche veränderte ihr Weltbild, dem Forderungskatalog der Frauenbewegung erweitere sie um das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper, schloss als eine der ersten Frauen ein Studium ab und promovierte zur Doktorin der Philosophie.

Zeitlebens setzte sie sich für ledige Mütter mit Kindern ein, für die Straffreiheit bei Abtreibung und der männlichen Homosexualität, sie gründete Bund für „Mutterschutz und Sexualreform“, gab bis 1933 dessen Zeitschrift „Die neue Generation“ heraus und wusste wie wichtig für ihre Ziele die ausgewogenen Gleichberechtigung von Mann und Frau war. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde sie ebenso Mitglied der Friedensbewegung und als das Nazi-Regime Deutschland begann zu führen, floh sie ins Exil nach Amerika, wo sie verarmt am 13. Feb. 1943 verstarb.

p1850246Noch heute erinnern an sie das Helene-Stöcker-Ufer am Haspel, das 1992 gegründete Übernachtungshaus für obdachlose Frauen mit ihrem Namen, die 1999 gegründete „Helene-Stöcker-Gesellschaft“ der Philosophie und seit 2014 eine von der verstorbenen Künstlerin Ulle Hees und durch Spenden finanzierte Stele vor der Volkshochschule im Luisenviertel. So wird das Andenken an eine, für lange Zeit in Vergessenheit geratene, Vorreiterin für eine moderne Art zu leben und zu denken, entgegen der biederen und stehen geblieben Weltanschauung in der sie aufwuchs.

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von Nora Krohm, Wuppertal

2013-11_Helene-Stoecker[1]

Es gibt Informationen zum Helene-Stöcker-Denkmal und den begleitenden Aktivitäten.

Helene Stöcker, Lebenserinnerungen. Die unvollendete Autobiographie einer frauenbewegten Pazifistin. Hg. Reinhold Lütgemeier-Davin und Kerstin Wolff, Köln/Weimar/Wien: Böhlau 2015, Euro 39,90
www.boehlau-verlag.com.

 

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